Coucou,
es gibt nichts zu sagen, ich weiß es selber. Über einen Monat habe ich nicht gebloggt. Und in diesem Monat habe ich mich irgendwie verändert, zumindest wird mir das gesagt.
Ich habe meinen Tanzlehrgang, der mit jedem Tag stressiger wurde abgeschlossen und alles andere so weit verarbeitet, dass ich jetzt erst mal so einigermaßen weitermachen kann. Jetzt habe ich erst mal bis Mitte Januar frei. Ein knapper Monat, in dem ich vielleicht ab und zu mal in der Tanzschule zu finden bin, aber ansonsten nichts mache, weil ich einfach erst mal Pause brauche, um wieder zu Kräften zu kommen. Dieser Tanzlehrgang ging fast an meine Grenzen, körperlich und auch seelisch. Ich bin klapperdürr, wiege erschreckende 42 Kilo und habe eine Ernährungsberaterin aufgesucht, wie ich am besten ganz schnell wieder zunehmen kann. In meinem Kopf herrscht leeres Chaos. Jeden Tag bis zum Umfallen tanzen zu müssen macht irgendwann die Psyche kaputt, selbst wenn man noch so gerne tanzt und nicht ohne kann. Ich bin letztendlich Fünfte geworden, habe also nicht das Treffen gewonnen. Alle sind neidisch auf die Gewinnerinnen, ich nicht. Ich brauche eine Auszeit, von allem. Essen, trinken, Tobi, alle anderen haben mich gefälligst in Ruhe zu lassen.
Ich wusste, dass es anstrengend wird, als ich im August diesen Lehrgang begonnen habe, aber so kräftezehrend habe ich mir das niemals vorgestellt. Noch dazu kam dieser psychische Druck, den sich die meisten Teilnehmerinnen gerne gemacht haben. Mobbing stand an der Tagesordnung. Meine liebe Freundin Nina wurde sogar einmal in der Umkleide eingeschlossen, damit sie ihre Prüfung verpasst hat, glücklicherweise durfte sie die nachholen. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich das nicht mitbekommen habe.
Teilweise kam ich abends nach Hause, habe mechanisch etwas zu essen in mich hinein gestopft und bin dann ins Bett gefallen. Irgendwann war ich an Kopfschmerzen gewöhnt, Kaffee war mein ständiger Begleiter. Als einmal meine Tage ausblieben, war ich noch nicht einmal überrascht. Ein anderes Mal hat meine Mama mich ohnmächtig in der Küche inmitten von einem Haufen Scherben gefunden, ich war anscheinend beim Versuch, etwas zu essen, umgekippt. Sie wollte mir verbieten, in die Tanzschule zu fahren, eisern hab ich weitergekämpft. Und es nicht geschafft. Vielleicht bin ich an einer Universität doch besser aufgehoben als in einer Tanzschule.
Tobi ist aus England zurück, der ist in den letzten Wochen fast wahnsinnig geworden, weil er sich Sorgen gemacht hat. Zweimal haben wir uns über Skype gestritten: "EILEEN, ICH FAHR SOFORT LOS ZUM FLUGHAFEN, DU KANNST SO NICHT WEITERMACHEN." - "DU BLEIBST, WO DU BIST. UND ICH MACH WEITER." - "VERGISS ES, DIE MACHEN DICH KAPUTT." - "WAS VERSTEHST DU SCHON DAVON?" ... Es tut mir leid, Tobi. Ich liebe dich. Jetzt hab ich ihn wieder. Er macht sich aber immer noch verrückt vor Sorgen. Keine Angst, ich schaff das schon, ich geh nicht zugrunde.
Lange Rede, kurzer Unsinn. Aus diesem Grund habe ich in der letzten Zeit nicht gebloggt, weil ich einfach nicht mehr konnte. Jetzt geht es langsam wieder bergauf. Trotzdem danke für diese neue Lebenserfahrung.
Lots of Love,
Eure Eileen
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Sonntag, 16. Dezember 2012
Sonntag, 26. August 2012
Hätte ich einen Lolly, wäre meine Situation nur halb so schlimm.
Coucou!
Gestern war ich mit J. im Heide-Park. Nur wir beide, niemand sonst. Das war lustig. Eigentlich bin ich nicht so ein Freizeit-Park-Fan, da man die meiste Zeit mit anstehen verschwendet, aber gestern ging es eigentlich. Und das, obwohl Samstag war. Es gibt Fotos, aber ich zeig sie Euch nicht :P
J. ist nur noch zwei Wochen hier, dann geht er zurück in seine Heimat - nach London, um dort zu studieren. Dann ist er der Glückliche, der Tobi wiedersehen kann. Mein Gott, die Welt ist groß, aber trotzdem klein.
Vorhin bin ich aus Schwerin zurückgekommen, denn die liebe Anne liegt dort im Krankenhaus. Lungenentzündung, die Ärmste. Und dann hat sie noch etwas anderes Undefinierbares. Die Ärzte meinten: "Wenn du nicht so jung wärst, würden wir meinen, du hättest Burn-Out." Ô.Ô !?!? Na, das gibt einem ja Kraft. Anne ist zwar chronisch müde und hat sehr viel um die Ohren, noch mehr als ich, aber ich hoffe, bete und drücke die Daumen, dass es einfach "nur" Überlastung oder Überanstrengung ist, die man mit viel schlafen, ordentlich essen und vielen schönen Dingen wieder hinkriegen kann. Ihre Eltern wollen sie in eine Klinik einweisen lassen, weil die natürlich den Ärzten glauben, als wären es Heilige, aber Anne will das nicht. Außerdem wird das sowieso schwierig werden, denn sie ist volljährig.
Irgendwann wird dieses Land uns noch alle umbringen, wenn das so weitergeht. Ich hoffe nur, dass Anne nicht den Anfang macht.
Nun aber zu mir. So viel gibt's da nicht zu sagen, denn ich komm zurzeit nur zum Tanzen, zu nichts anderem. Ich habe schon wieder 0.5 kg zugenommen, es wird, ich muss einfach nur weiteressen. Ich darf nicht abnehmen. Tobi macht sich schon Sorgen.
Lots of Love,
Eure Eileen
Gestern war ich mit J. im Heide-Park. Nur wir beide, niemand sonst. Das war lustig. Eigentlich bin ich nicht so ein Freizeit-Park-Fan, da man die meiste Zeit mit anstehen verschwendet, aber gestern ging es eigentlich. Und das, obwohl Samstag war. Es gibt Fotos, aber ich zeig sie Euch nicht :P
J. ist nur noch zwei Wochen hier, dann geht er zurück in seine Heimat - nach London, um dort zu studieren. Dann ist er der Glückliche, der Tobi wiedersehen kann. Mein Gott, die Welt ist groß, aber trotzdem klein.
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| Wie gern wäre ich jetzt in London. Mir kommt es so vor, als sind dort alle, die ich liebe. Oder werden dort sein. |
Irgendwann wird dieses Land uns noch alle umbringen, wenn das so weitergeht. Ich hoffe nur, dass Anne nicht den Anfang macht.
Nun aber zu mir. So viel gibt's da nicht zu sagen, denn ich komm zurzeit nur zum Tanzen, zu nichts anderem. Ich habe schon wieder 0.5 kg zugenommen, es wird, ich muss einfach nur weiteressen. Ich darf nicht abnehmen. Tobi macht sich schon Sorgen.
Lots of Love,
Eure Eileen
Dienstag, 14. August 2012
Schattenleiche will ich nicht sein - durchhalten.
Coucou!
Gerade mal der zweite Tag und in meinem Kopf ist schon alles fast zu anstrengend. Tanzlehrgang schlaucht ganz schön, trotzdem hab ich bisher immer noch die Kraft, jeden Abend joggen zu gehen, bevor ich mit Tobi skype. Und das habe ich auch weiterhin vor, einfach als tägliche Abregung.
Wird mir das zu viel? Nein, ich schaff das. Ich weiß, was ich will. Paula Abdul treffen! Nur die zwei Besten dürfen das, das wird zwar ausgelost, aber nur unter den besten Fünf. Ich muss gut sein, um das zu bekommen. Und zwar richtig gut.

Mir ist aufgefallen, dass ich bei dem ganzen Stress wieder zu wenig esse. Heute habe ich gefrühstückt und mittags ein Croissant gegessen. Abends einen Salat. Ich habe einfach keinen Hunger, dabei brauch ich die Energie, um diese vier Monate durchzuhalten. Ich muss mich anscheinend mal wieder zum Essen zwingen. Das ist schon mal passiert, ich kenn das schon. Nichts Besonderes, kein Grund zur Aufregung. Einfach nur essen, wenn Zeit ist. Je mehr, desto besser. Ich werde wahrscheinlich nie magersüchtig, denn bei mir ist es umgekehrt. Ich muss nicht dünner werden, ich muss essen. Sonst werde ich eine Schattenleiche. Das will keiner, am allerwenigsten ich selbst. Essen, essen, essen, essen.
Die Waage sagt: 49,6 kg. Oh Schreck, vor zwei Wochen waren es noch 50,8 kg. Ich muss essen! Andere Mädchen würden sich freuen, doch die sind alle krank, ich bin eher angewidert und erschrecke mich jedes Mal, wenn die Zahl kleiner ist. Zunehmen ist angesagt.
Wenn man so unter Strom steht, muss man irgendetwas finden, womit man den Druck bewältigen kann. Der Druck, gut zu sein, der Druck, zu überzeugen, der Druck, Fortschritte zu machen, der Druck, nicht noch mehr abzunehmen, der Druck, für andere da zu sein, wenn sie einen brauchen, der Druck, zu essen, der Druck, normal zu wirken, der Druck, keine Angst zu haben, der Druck, mit der Sehnsucht nach Tobi klarzukommen und der Druck, ihn nicht zu belasten. Er hat gerade selbst genug zu tun.
Es geht ihm gut in England, seine Gastfamilie ist nett, sein Zimmer total in Ordnung, seine Arbeit noch nicht besonders umfangreich, er wird ja auch erst einmal eingearbeitet, und die Leute um ihn herum sehr freundlich. Das Einzige, was ihn stört, ist, dass seine Gastmutter eine 21-jährige Tochter hat, die ihn die ganze Zeit anbaggert und sichtlich genervt ist, weil er nicht darauf eingeht. Ich vertraue ihm grenzenlos, aber ein bisschen angespannt bin ich in so einer Situation trotzdem. Also kommt auch noch der Druck, ganz ruhig zu bleiben und nicht die eifersüchtige Zicke zu sein, hinzu.

Ich wusste, dass es schwer werden würde. Ich wusste, dass der Lehrgang anstrengend wird, ich wusste, dass ich Tobi überdurchschnittlich vermissen werde, ich wusste, dass ich Probleme mit mir selbst haben werde. Wie fremd ich mir doch manchmal bin, das ist so ein Moment.
Ich habe gerade keine Kraft mehr, um das zu tun, was ich gesagt habe: meine Geburtstagsgeschenke in mehreren Posts vorzustellen. Ich muss mich erst mal an meinen neuen extremen Lebensabschnitt gewöhnen. Ich muss lernen, mit dem Stress umzugehen, dann kann ich auch weiterhin tun, was ich tun möchte. Das Einzige, was ich jetzt noch tun werde, ist mit Tobi skypen, er verdient die Wahrheit. Ich kann für heute nicht mehr, gute Nacht.
Lots of Love,
Eure Eileen
Gerade mal der zweite Tag und in meinem Kopf ist schon alles fast zu anstrengend. Tanzlehrgang schlaucht ganz schön, trotzdem hab ich bisher immer noch die Kraft, jeden Abend joggen zu gehen, bevor ich mit Tobi skype. Und das habe ich auch weiterhin vor, einfach als tägliche Abregung.
Wird mir das zu viel? Nein, ich schaff das. Ich weiß, was ich will. Paula Abdul treffen! Nur die zwei Besten dürfen das, das wird zwar ausgelost, aber nur unter den besten Fünf. Ich muss gut sein, um das zu bekommen. Und zwar richtig gut.

Die Waage sagt: 49,6 kg. Oh Schreck, vor zwei Wochen waren es noch 50,8 kg. Ich muss essen! Andere Mädchen würden sich freuen, doch die sind alle krank, ich bin eher angewidert und erschrecke mich jedes Mal, wenn die Zahl kleiner ist. Zunehmen ist angesagt.
| So eine Herzfunktion sollte mein Handy auch mal haben, dann könnte ich ihm das schicken. Es wäre zumindest die Wahrheit. |
Ich wusste, dass es schwer werden würde. Ich wusste, dass der Lehrgang anstrengend wird, ich wusste, dass ich Tobi überdurchschnittlich vermissen werde, ich wusste, dass ich Probleme mit mir selbst haben werde. Wie fremd ich mir doch manchmal bin, das ist so ein Moment.
Ich habe gerade keine Kraft mehr, um das zu tun, was ich gesagt habe: meine Geburtstagsgeschenke in mehreren Posts vorzustellen. Ich muss mich erst mal an meinen neuen extremen Lebensabschnitt gewöhnen. Ich muss lernen, mit dem Stress umzugehen, dann kann ich auch weiterhin tun, was ich tun möchte. Das Einzige, was ich jetzt noch tun werde, ist mit Tobi skypen, er verdient die Wahrheit. Ich kann für heute nicht mehr, gute Nacht.
| Aber ich beschwere mich nicht! |
Eure Eileen
Freitag, 10. Februar 2012
Ana isn't your friend.
Mir wird gesagt, ich sei dünner geworden, zu dünn. Dabei fühle ich mich gar nicht so. Meine Mama fängt an, sich Sorgen zu machen, sie macht sich immer viel zu schnell Sorgen. Dabei ist doch alles in Ordnung. Es geht mir wirklich gut.Und zurzeit esse ich sogar noch mehr als vorher. Ich bin nicht zu dünn, ich bin normal. Ist jeder, der einen halbwegs flachen Bauch hat, zu dünn? Bei mir schlagen sie Alarm, aber bei der riesigen Welle an Essgestörten verschließen sie die Augen.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich im Moment so viel tanze und Sport mache. Aber das kennt mein Körper schon, er hat sich daran gewöhnt. Kein Grund zur Panik. Ich bin nicht magersüchtig. Magersucht und Bulimie sind Krankheiten und wer will schon krank sein? Ich nicht. All diese Klappergestelle, die sich mit Gewalt auf 30 Kilo runterhungern, weil sie glauben, dann schön zu sein. Wenn jede einzelne Bewegung wehtut, wenn der Körper am Ende ist, wenn man jeden einzelnen Knochen sieht, wenn die Periode ausfällt, wenn man jeden Augenblick sterben kann - ist das schön? Es ist widerlich und krank und hat mit Schönheit nichts mehr zu tun. Mädels, macht Euch nicht kaputt! Jeder ist schön, auf seine eigene Weise. Von innen sowieso, und auch von außen. Jeder Mensch hat etwas, was ihn besonders macht. Aber bitte keine hervorstehenden Knochen. Deshalb mag ich Hollywood auch nicht. Denn dort hat der ganze Magerwahn seinen Ursprung. Hauptsache Kleidergröße 32, 30, 28, ... Meine Fresse. Nein, ich will das nicht. Ich habe Kleidergröße 34, manchmal auch 36 oder 38, je nachdem wie es geschnitten ist, und bin zufrieden damit. Es ist alles gut. Ich muss mich nirgendwo reinquetschen.
Heute morgen gab's ordentlich Müsli und Joghurt mit schön vielen Kalorien zum Frühstück. Mir doch egal. Selbst wenn ich jetzt fünf Kilo zunehmen würde, wäre das echt kein Drama. Leider wollen das nicht alle verstehen. Sogar in der Tanzschule hat man mir schon gesagt, ich solle doch bitte mehr essen, denn für Essgestörte will sich die Tanzschule nicht verbürgen. Hä? Seid ihr verrückt? Das war nur scherzhaft gemeint, und meine Chefin steht da auch total hinter mir, aber es wird eben gelästert und über diesen und jenen Unsinn spekuliert. Sollen sie doch. Verdammt, ich bin NICHT magersüchtig. Ich bin einfach nur dünn. Wenn ich nicht so viel tanzen und Sport machen würde, hätte ich wahrscheinlich mehr auf den Rippen, na und? Sehe ich wirklich so aus wie diese ganzen kranken Models, die sich den ganzen Tag nur von Grünem Tee ernähren und alle zwei Stunden vor dem Spiegel stehen und besorgt betrachten, ob sie auch nur ein Gramm zugenommen haben? Nein, tue ich nicht.
Dann hätten wir dieses Gerücht erst einmal aus der Welt geschafft. Ich weiß, Ihr könnt mich nicht sehen und das nicht beurteilen, aber diese Geschichte regt mich zurzeit am meisten auf. Es war mir wichtig, dass das hier steht, denn auf so etwas reagiere ich regelrecht allergisch. Früher hatte ich Angst vor Magersucht und Bulimie, denn es wird einem schon sehr früh gesagt, dass das zwei ganz schlimme Krankheiten sind, die einen zu etwas werden lassen, was man schon immer sein wollte, aber niemals werden kann, denn vorher geht man jämmerlich zugrunde. Ein hoher Preis für ein nicht erreichbares Ziel. Heute habe ich keine Angst mehr davor, weil ich genau weiß , dass es mir niemals passieren wird.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich im Moment so viel tanze und Sport mache. Aber das kennt mein Körper schon, er hat sich daran gewöhnt. Kein Grund zur Panik. Ich bin nicht magersüchtig. Magersucht und Bulimie sind Krankheiten und wer will schon krank sein? Ich nicht. All diese Klappergestelle, die sich mit Gewalt auf 30 Kilo runterhungern, weil sie glauben, dann schön zu sein. Wenn jede einzelne Bewegung wehtut, wenn der Körper am Ende ist, wenn man jeden einzelnen Knochen sieht, wenn die Periode ausfällt, wenn man jeden Augenblick sterben kann - ist das schön? Es ist widerlich und krank und hat mit Schönheit nichts mehr zu tun. Mädels, macht Euch nicht kaputt! Jeder ist schön, auf seine eigene Weise. Von innen sowieso, und auch von außen. Jeder Mensch hat etwas, was ihn besonders macht. Aber bitte keine hervorstehenden Knochen. Deshalb mag ich Hollywood auch nicht. Denn dort hat der ganze Magerwahn seinen Ursprung. Hauptsache Kleidergröße 32, 30, 28, ... Meine Fresse. Nein, ich will das nicht. Ich habe Kleidergröße 34, manchmal auch 36 oder 38, je nachdem wie es geschnitten ist, und bin zufrieden damit. Es ist alles gut. Ich muss mich nirgendwo reinquetschen.
Heute morgen gab's ordentlich Müsli und Joghurt mit schön vielen Kalorien zum Frühstück. Mir doch egal. Selbst wenn ich jetzt fünf Kilo zunehmen würde, wäre das echt kein Drama. Leider wollen das nicht alle verstehen. Sogar in der Tanzschule hat man mir schon gesagt, ich solle doch bitte mehr essen, denn für Essgestörte will sich die Tanzschule nicht verbürgen. Hä? Seid ihr verrückt? Das war nur scherzhaft gemeint, und meine Chefin steht da auch total hinter mir, aber es wird eben gelästert und über diesen und jenen Unsinn spekuliert. Sollen sie doch. Verdammt, ich bin NICHT magersüchtig. Ich bin einfach nur dünn. Wenn ich nicht so viel tanzen und Sport machen würde, hätte ich wahrscheinlich mehr auf den Rippen, na und? Sehe ich wirklich so aus wie diese ganzen kranken Models, die sich den ganzen Tag nur von Grünem Tee ernähren und alle zwei Stunden vor dem Spiegel stehen und besorgt betrachten, ob sie auch nur ein Gramm zugenommen haben? Nein, tue ich nicht.
Dann hätten wir dieses Gerücht erst einmal aus der Welt geschafft. Ich weiß, Ihr könnt mich nicht sehen und das nicht beurteilen, aber diese Geschichte regt mich zurzeit am meisten auf. Es war mir wichtig, dass das hier steht, denn auf so etwas reagiere ich regelrecht allergisch. Früher hatte ich Angst vor Magersucht und Bulimie, denn es wird einem schon sehr früh gesagt, dass das zwei ganz schlimme Krankheiten sind, die einen zu etwas werden lassen, was man schon immer sein wollte, aber niemals werden kann, denn vorher geht man jämmerlich zugrunde. Ein hoher Preis für ein nicht erreichbares Ziel. Heute habe ich keine Angst mehr davor, weil ich genau weiß , dass es mir niemals passieren wird.
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