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Samstag, 27. April 2013

Never again!

Ich wollte ja eigentlich ein bisschen mehr zu der einen Woche des Schreckens schreiben. Wo wir waren, was genau wir gemacht haben, wie sich das angefühlt hat. Es funktioniert aber nicht. Was habe ich geheult! Was bin ich jetzt noch entsetzt, wenn ich daran denke. Wenn man sich eine Woche lang jeden Tag den gleichen Horror angeguckt hat, dann hätte mir schon vorher klar sein müssen, dass ich es danach nicht schaffe, aufzuschreiben. Eine Sache habe ich vollbracht: Meine Ausgabe vom Tagebuch der Anne Frank liegt jetzt auf Annes und Margots Grab.

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So eine Rundfahrt ist kein Zuckerschlecken für die Seele, man sollte sich das genau überlegen. Ich war da relativ naiv, den Preis hab ich jetzt zu zahlen. Man vergisst es nicht, man bekommt die Bilder und Vorstellungen nicht mehr aus dem Kopf, man kann es nicht beschreiben.

ES GIBT KEINE WORTE DAFÜR, DIE ES AUCH NUR ANSATZWEISE BESCHREIBEN. UND VORSTELLEN KÖNNEN WIR UNS DAS IN UNSEREM ALTER SOWIESO NICHT MEHR!

Mittwoch, 24. April 2013

Elfte Etappe: Cluj/Rumänien

Ich habe eigentlich Stoff für 30 Posts, mir geht einfach so viel durch den Kopf. Die vor uns liegenden nur noch zweieinhalb Wochen sind das Ende unserer Freiwilligentour quer durch Europa. Und angesichts dem, was alles hinter uns liegt, habe ich beschlossen, ein paar Sachen anders zu machen. Ich werde jetzt erst mal nur über unseren neuen Aufenthaltsort berichten, es wird noch ein Florenz-Post kommen und einige Erfahrungsberichte zu der letzten Woche. Fotos habe ich keine gemacht, ich konnte es einfach nicht, und selbst wenn, dann hätte ich die euch sicherlich erspart.


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Wir sind jetzt also in Cluj-Napoca, Rumänien. Eigentlich ist es eine schöne Stadt, nach außen hin. Aber ich finde sie hässlich, denn wenn man die schönsten Gebäude wegnimmt, kommt das Elend ans Licht. Generell ist hier alles ziemlich zeitgemäß entwickelt, die Stadt hat Kirchen, ein modernes, schick aussehendes Rathaus, Bibliotheken, Schulen, mehrere Universitäten, an denen auch deutsche Fächer und Studienrichtungen angeboten werden, viele Partnerstädte, Kinos, Theater, Opern, Museen, Sprachzentren, Forschungsstationen und solide Arbeitsplätze. Alles schön, wenn man ankommt. Aber ich habe nur drei Tage gebraucht, um das Mustersystem zu durchschauen.
Gestern waren wir zum ersten Mal im regierungsunabhängigen Informationszentrum für Roma und haben uns dort einen Vortrag über die Lebensbedingungen der in der ganzen Stadt verstreut lebenden Minderheiten angehört. Du gehst optmistisch rein und kommst schockiert wieder raus, leider wahr. Dieses Zentrum (Centrul de Resurse pentru Comunitatile de Romí) versucht, die Lebensstandards der Roma zu verbessern und ist für die nächsten knapp drei Wochen unser Arbeitsplatz.
Heute waren wir zum ersten Mal in Someseni, wo die Roma in ihrer Siedlung leben. Nur kurz, aber trotzdem schlimm. Den Rauch von der Müllkippe daneben riecht man noch vier Kilometer davon entfernt. Ich habe danach wirklich geweint und war so verdammt froh, dass Tobi bei mir ist.

Wir wohnen hier in einer kleinen Jugendherberge, was ich ziemlich gut finde. Sicherlich hätte ich es nicht schlimm gefunden, auch hier eine Gastfamilie zu haben, aber erstens steckt mir noch die gesamte letzte Woche in den Knochen und wahrscheinlich wäre ich dann für jede Familie nicht so wirklich ansprechbar gewesen, was die dann bestimmt komisch gefunden hätten (eine Gastfamilie ist meistens offen zu einem selbst, verlangt aber auch unbewusst, dass man sich selbst auch öffnet und an deren Leben teilnimmt), und zweitens hätte ich hier in dieser Stadt eher Angst, bei einer Familie zu landen, die nur sich selbst im Kopf hat und sich nicht dafür interessiert, was wir machen, warum wir es machen, was das Ziel ist und wen es betrifft. Unsere Chefin hat uns nämlich erzählt, dass die meisten normalen Durchschnittsbürger von Cluj eher wegsehen und vorbeigehen. Laut einer Umfrage wissen viele nicht einmal dass es ein Zentrum für Roma oder auch andere Minderheiten gibt. Sie wollen das nicht wissen, sie wollen nur ihren Frieden und genug Geld zum Leben. Über jede Spende freut sich das Zentrum. Wenn das mal keine nette Menschheit ist!

In dieser ersten Woche haben wir erst mal jeden Tag Rumänisch-Crash-Kurs. Wirklich von morgens bis abends, noch bis Freitag. So langsam ist Rumänisch jetzt schon schlimm, aber auch interessant. Und außerdem ist es eine romanische Sprache, und ob man es glaubt oder nicht, gibt es viele Parallelen mit dem Spanischen und noch viele mehr mit dem Französischen. Also hat Tobi mal wieder mehr zu kämpfen als ich, worüber er sich nicht gerade freut. ;)
Jeden Abend nach dem Rumänisch-Kurs besuchen wir immer unsere Chefin, die uns jeden Zipfel des Roma-Zentrums zeigt. Ganz schön viel auf einmal, aber irgendwie muss das so schnell wie möglich in meinen Kopf, denn Jenaya, unsere Chefin (sie kann glücklicherweise Englisch) meinte bei unserem ersten Treffen, dass wir wie gerufen kommen würden und sofort anfangen könnten, wenn unsere Entsendeorganisation nicht noch tausend Sprach- und Kennlern-Kurs vorschreiben würde.


Quelle: Google

Freizeit haben wir wahrscheinlich nur am Wochenende und das auch nicht sonderlich viel. Dieses Wochenende zum Beispiel hat Jenaya mit noch zwei Kollegen ein Gespräch mit dem Bürgermeister und will uns mitnehmen. Sie möchte versuchen, ihn zu überzeugen, dem Zentrum für sein neustes Projekt Geld zu geben, was er laut ihr aber wahrscheinlich ablehnen wird. Jenaya regt sich jeden zweiten Tag über diesen "machthungrigen", "idiotischen", "niemals hinsehenden" und "geldgeilen" Bürgermeister auf, ich bin ja gespannt auf Samstag, was das für eine Person ist. 

Sonntag, 21. April 2013

Du bist so typisch Mensch, richtig widerlich.

Der Kopf tut weh.
Die Augen brennen.
Die Musik ist laut.
Laut, lauter, so laut es geht.
Um nicht mehr zu denken.
Nein, denn es klappt nicht.
Um die Tränen verschwinden zu lassen.
Lass die Wut ihren Platz einnehmen.
Blinde Wut gegen alles.
Hass gegen die ganze Welt.
Mach die Musik lauter.
Laut, lauter, so laut es geht.
Denn es ist leichter, alle zu hassen,
als nur sich selbst zu hassen.
als zu wissen, man hat versagt.

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Sonntag, 14. April 2013

Eine Woche Stillschweigen.

Morgen müssen wir leider auch Florenz wieder verlassen, was werde ich sie alle vermissen! Ich habe gerade eigentlich gar nicht mal viel zu sagen, aber ich muss was schreiben, denn morgen beginnt unsere KZ-Rundfahrt. Ich habe keine Angst, aber ein bisschen mulmig wird einem da schon. Vor allem, wenn man sich erinnert an Filme, Bücher oder Grabsteine.
Wir müssen zuallererst nach Mailand fliegen, von dort aus geht es mit dem Bus los nach Mauthausen. Ich werde die Woche über kein Internet haben, aber sollte ich danach eine Weile nicht bloggen, hat das den einfachen Grund, dass mir zu viele Dinge durch den Kopf gehen und ich nicht weiß, was ich zuerst aufschreiben soll. Und vor allem, weil es danach ja heftig in Rumänien weiter geht...

Quelle: Google

Samstag, 23. Februar 2013

Planänderung.

Gestern kam ein schwedischer Vertreter unserer Auslandsorganisation vorbei und wollte mit uns sprechen. Ich war schon völlig schockiert: Haben wir irgendwas falsch gemacht? Der Typ, Björk, ein sehr netter Schwede, hat uns dann sofort beruhigt, dass alles gut wäre, aber der Hammer kam dann trotzdem noch. Unser Arbeitsplan wird geändert.

Ursprünglich wäre es jetzt folgendermaßen weitergegangen:

  • nächste Woche Kiew/Ukraine
  • übernächste Basel/Schweiz
  • danach Lyon/Frankreich
  • Cardiff/Wales
  • Florenz/Italien
  • zurück nach Deutschland 

Dann wäre es Anfang April, wir hätten ungefähr eine Woche Zeit gehabt, um uns wieder in unserem deutschen Leben zurückzufinden, und dann wäre es für mich zurück nach Spanien gegangen, für meinen Freiwilligendienst. Der würde bis August dauern. Jetzt ist alles anders.
Unsere Workshops und auch mein Freiwilligendienst hängen zusammen, das wird alles von ein und der selben Organisation gefördert, geplant und präsentiert. Deshalb haben die extrem viel Spielraum, was sie mit uns machen können. Und nun wurden wir noch für ein weiteres Projekt genommen. Es ist auch wieder ein Freiwilligendienst, das bedeutet, wir bekommen dafür kein Geld, wie das jetzt bei den Workshops der Fall ist. Unser neuer Plan sieht folgendermaßen aus:
  • zwei Wochen Kiew/Ukraine (weil die Leute dort absoluten Personalnotstand ausgerufen haben, do wie ich das jetzt verstanden habe)
  • eine Woche Basel/Schweiz
  • zwei Wochen Lyon/Frankreich (auf Frankreich freu ich mich seit dem Anfang!)
  • eine Woche Cardiff/Wales
  • eine Woche Florenz/Italien (aha, Italien schaffen wir also doch noch, die brauchen da auch Leute!)
Dann sind wir für eine einwöchige Busfahrt eingetragen, die aber nicht direkt etwas mit Arbeit zu tun hat, eher mit Geschichte, Gedenken und Stille. Wo fährt dieser Bus hin? Ganz ehrlich, so etwas wollte ich schon immer mal machen, aber allein trau ich mich einfach nicht: Konzentrationslager , oder das, was von ihnen übrig geblieben ist, anschauen.
Angefangen in Mailand geht es nach Mauthausen, Dachau, Flossenbürg, Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau (davor fürchte ich mich ehrlich gesagt), Belzec, Treblinka, Sachsenhausen, Ravensbrück, Neuengamme, Bergen-Belsen (auch davor habe ich Angst, vor allem weil ich spontan ein Exemplar "Das Tagebuch der Anne Frank" mitgenommen habe, wahrscheinlich werde ich es dort lassen) und es endet in Buchenwald. Meistens stehen natürlich nur noch Gedenkstätten oder Friedhöfe, aber es wird wahrscheinlich trotzdem eine ganz neue Erfahrung werden.

Und wenn man denkt, härter kann es nicht kommen (ich werde weinen, ich kenne meine schwachen Nerven, deshalb würde ich so eine "KZ-Rundfahrt" niemals alleine machen, ein Glück kommt Tobi mit), dann haut Björk noch einen größeren Hammer heraus!

Denn danach sind wir für drei Wochen in Cluj/Rumänien. Ich weiß, man hört viele Horrorgeschichten über die Lebensbedingungen der "Zigeuner" am Rande der Mülldeponie und ich muss Euch sagen: genau das wird unsere Arbeit sein. Björk meinte, dass es heftiger wird als Irland und Kroatien zusammen, weil wir mit sehr viel Elend konfrontiert werden. Nicht zu vergessen die Konzentrationslager. Dabei dachte ich eigentlich, dass mich nach Irland erst mal so schnell nichts mehr erschüttern kann. Oh doch! Wir wurden gefragt, ob wir damit einverstanden sind. Tobi und ich haben uns angesehen und uns war sofort klar, dass wir das machen wollen. Wenn man Menschen helfen kann, wieso sollte man es nicht tun? Es wird hart, elendig und furchtbar, das hat er uns auch klar gemacht, aber wir wollen nicht die Augen davor schließen, sondern verändern und darauf aufmerksam machen.

Ganz genau kenn ich unsere Arbeit in Cluj/Rumänien noch nicht, aber so viel vorneweg: Rumänien ist das zweitärmste Land der EU und dort lebt eine "Minderheit" von Sinti und Roma, abwertend "Zigeuner" genannt, obwohl ich das Wort Zigeuner eigentlich immer süß und schön fand, nachdem ich als Kind "Der Glöckner von Notre Dame" gesehen hatte, da ist das Wort Minderheit viel schlimmer. Klar wurden Zigeuner auch im "Glöckner von Notre Dame" gejagt, verbannt, verraten, gehasst, schikaniert, verhöhnt und eingesperrt, aber ich fand dieses Volk viel sympathischer als die ganze Pariser Stadtbevölkerung, obwohl sie sicherlich gestohlen, gelogen und sich gewaltsam das genommen haben, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht.
In Rumänien wurden "Zigeuner" noch nie vollkommen integriert, sie gelten eher als Plage. Wahrscheinlich ist das noch vom Zweiten Weltkrieg hängen geblieben, meine Fresse. Sicherlich haben die Rumänen auch gar kein Geld dazu, das Elend am Rande der Müllkippe von Cluj zu bekämpfen. Aber wenn wir dort sind, schreib ich alles genau auf, allein schon mal für mich selbst, um zu verarbeiten.

Nach diesen drei Wochen ist es Ende April, wo ich eigentlich schon längst in Spanien sein müsste, aber das wurde alles nach hinten verlegt. Wir haben dann zwei Wochen Auszeit bekommen und werden definitiv zurück nach Deutschland, nach Hause, fahren, damit ich mich richtig auf meinen Freiwilligendienst, der dann nur noch fünf Monate dauern wird, vorbereiten kann. Zurück geht es nach Valencia/Spanien. Ich freu mich. Vorher müssen wir allerdings Stärke beweisen.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Trauerweide.



Anne, du fehlst uns schrecklich!
Skype mit Sassi, Romy und Laura - neben deinem Namen wird das Symbol niemals wieder grün.

Montag, 17. Dezember 2012

Am Strand. Dem Wellengang lauschen.

Coucou,

ich spüre den Lehrgang in allen Knochen, jede Bewegung schmerzt. Jetzt, wo ich lange schlafen darf, kann ich es nicht. Ich glaube, ich brauch selber erst mal ein oder zwei Tage, um runterzukommen. Essen ist anstrengend, es ist, als würde man einer Magersüchtigen wieder beibringen müssen, ordentlich und gesund zu essen, sogar mein Ernährungsplan steht schon. Ich wollte nie magersüchtig sein, jetzt bin ich es wohl zwangsweise oder eher ungewollt geworden.
Heute spazierte ich am Strand lang und begegnete einem kleinen Mädchen mit ihrer Mutter. "Guck mal, Mama, die Frau da ist total dünn. So möchte ich auch aussehen."  Und die Mutter fuhr ihre kleine Tochter an: "Um Gottes Willen, nie im Leben machst du diesen Magerwahn mit, du bleibst gesund." Weil Menschen eben urteilen, ohne hinzugucken. Aber ich kann sie schon verstehen, ich gebe zurzeit das Bild einer lebendigen Leiche ab, das ist für die Außenwelt eben ziemlich verstörend.



Es ist die letzte Woche vor Weihnachten, überall riecht es nach Plätzchen und Zimt. Ich habe noch nicht alle Geschenke zusammen, wann denn auch, dafür ist jetzt genug Zeit. Das meiste werde ich sowieso selbst machen, es beruhigt und ist außerdem viel schöner. Meine Mama und ich feiern Weihnachten wie die letzten Jahre mit Tobis Familie zusammen, zu der wir laut deren Aussagen schon seit drei Jahren gehören. Dann habe ich endlich wieder ein paar Tage zum Durchatmen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wollen wir, also unser großer Freundeskreis, übrigens alle zusammen Annes Grab besuchen. Schade, dass der Schnee mittlerweile am Schmelzen ist. Ich halte zwar nicht viel von Winter, Kälte und Schnee, aber das Weiße hätte bestimmt hübsch ausgesehen, zusammen mit den Tannengestecken, den Grablichtern und dem roten Grabstein. So weiß wie Schnee, so rot wie Blut, so schwarz wie Ebenholz. Wie bei Schneewittchen. Zwar hatte Anne blonde Haare, aber dafür einen schwarzen Galgenhumor, über den wir so oft lachen mussten. Sie fehlt uns.

In dieser Woche komm ich endlich mal zu so vielen Dingen, die sonst immer liegen bleiben müssen. Ich werde mal richtig unsere Wohnung aufräumen, sauber machen und das ganze Weihnachtszeug rauskramen, stellt euch vor, wir haben noch nicht ein bisschen Weihnachtsdeko aufgestellt, bei uns vertrocknen noch die Herbstblätter. Meine Mama muss auch viel arbeiten und für so was haben wir dann eben beide keine Zeit. Ich werde außerdem auch in meiner Tanzschule beim Jahresendreinigen helfen, obwohl meine Chefin es mir höchstpersönlich verboten hat, nachdem sie gesehen hat, wie ich beim Lehrgang anfing und wie ich letztendlich wieder wegging. Aber ohne tanzen kann ich eben nicht ganz, das brauch ich zum Gesund werden. Und zur Jahresversammlung und Weihnachtsfeier wollte ich natürlich auch gehen. Alles in dieser Woche.
Und dann wird's gemütlich und wir können endlich entspannen. Duftkerzen, Tee, ein gutes Buch, und ab in die Badewanne. Das mach ich jedes Jahr mindestens sechs Mal, also so circa alle zwei Monate, aber in den letzten Jahren hat sich das eher vermehrt vor und zu Weihnachten angehäuft. Und gerade jetzt könnte ich das wahrscheinlich noch öfter gebrauchen. Und ganz viel Liebe.
Tobi ist ganz zuckersüß zu mir. Er kocht mir leckere Dinge, massiert mir Rücken und Füße, auch wenn ich sage, dass er das nicht tun muss, bringt mich zum Lachen und ist einfach für mich da. Die Zeit in London hat ihn entschlossener und konsequenter gemacht, er ist um viele Erfahrungen reicher.


Jetzt werde ich noch etwas essen und mich dann ins Bett legen, ich bin schon wieder total müde. Morgen geht's in die Stadt, ein bisschen was einkaufen, ein paar Leute besuchen und vor allem zum Arzt gehen, meine Mama hat mich gezwungen. Aber die werden mir sowieso nur das sagen, was ich sowieso schon weiß: "Sie sind viel zu dünn, Sie müssen mehr essen." Ja, danke.
Lots of Love,
Eure Eileen

Samstag, 6. Oktober 2012

Briefe, die nie gelesen werden. Dennoch schreibe ich sie.

Coucou!

Ich habe so große Angst vor Montag! Ich bin jetzt schon total zittrig, wenn ich daran denke! Jeder sagt mir, dass ich stark bin und das schaffen werde, aber ich kenn mich. Ich weiß, wie sehr ich heulen werde, wenn ich Annes Bild und daneben die Urne stehen sehen werde. So eine Urne anzuschauen ist bestimmt komisch, ich komme mit dem Gedanken nicht klar, dass dort drin ein Mensch sein soll, das ist unwirklich. Dann ist Anne endgültig weg, das schmerzt.



Ich schreibe wirklich schon Briefe an sie. Selbst wenn ich eigentlich überhaupt keine Zeit habe, wenn ich total unter Strom stehe und tanzen muss bis zum Umfallen, trotzdem schreibe ich manchmal bis in die Nacht Briefe an sie, vier sind schon fertig. Vielleicht darf ich ja etwas mit in die Urne hineinlegen, sie hat nämlich einmal einen Schlüsselanhänger bei mir vergessen, einen kleinen Marienkäfer. Der muss in die Urne rein, ich wünsche ihr viel Glück auf ihrem Weg ins Jenseits oder wo auch immer tote Menschen hingehen, keine Ahnung. Ich habe über so etwas noch nie nachdenken müssen, jetzt erschlägt mich das alles.



Ich habe für Montag eine Freistellung bekommen, die anderen Mädchen haben schon längst angefangen zu lästern. Ich glaube, wenn ich trotz meiner ganzen Fehltage bisher (es sind schon zwei, oh mein Gott, ihr Schlampen!) bei diesem Tanzlehrgang gut abschneide, werde ich von allen noch mehr gehasst als sie es sowieso schon tun. Selbst wenn die todkrank sind, schleppen die sich zum Lehrgang, denn es geht denen nur ums Gewinnen.
Die Einzige, die nett zu mir ist, ist Nina, mit der konnte ich schon immer gut, wir tanzen immer die Partnerübungen zusammen. Alle anderen lassen immer mehr ihre andere Seite heraus. Jeder will hier gewinnen, und zwar alleine. Also sind einige der Meinung, dass man sich natürlich auch nicht mehr helfen muss. Es ist anstrengend, sich den ganzen Tag Rumgezicke anhören zu müssen. Klar will ich auch gewinnen, Paula Abdul treffen wäre einfach DER Hammer, aber ich hasse diesen Zickenkrieg und beteilige mich auch nicht daran. Deshalb bin ich natürlich nicht durchsetzungsfähig und werde diesen Lehrgang niemals bestehen, irgendwas müssen sie ja finden, was es an mir auszusetzen gibt. Gefolgt von meinen dünnen, wasserstoffblonden Haaren (es ist zwar dunkelblond, aber egal), meinen kurzen Röcken, meiner ruhigen Art (dass ich zurzeit nach Annes Tod nicht so gern auf die Pauke hauen möchte, interessiert diese arroganten Weiber aber auch nicht) und meinem Freund, den es ja angeblich nicht gibt, weil sie ihn noch nicht gesehen haben. Es ist völliger Irrsinn, wenn man versuchen will, ihnen die Wahrheit zu erklären. Auf gut Deutsch gesagt bin ich also nur eine kleine, an Aufmerksamkeitsdefiziten leidende Schlampe, die nichts auf die Reihe kriegt. Richtig geraten.



Heute kommt Kathy in Hamburg an, morgen kommen Tobi und J. aus England zurück, V., I., mein Schwesterchen aus Frankreich, die gestern angekommen ist, und ich holen sie zusammen vom Flughafen ab, alle da. Tobi habe ich zwar "gerade" gesehen, aber ich leide jetzt schon wieder unter Liebesentzug. Ich brauche ihn.
Und J. wiederzusehen, wäre auch mal wieder schön, mein bester Freund ist genauso unersetzbar wie durchgeknallt.

Am Mittwoch hatten wir ja alle frei und es war sogar einigermaßen schönes Wetter. Wir haben uns an der Ostsee getroffen, Steffie, R. und Kathi hatten Gitarren mit. Singen und Lagerfeuer am Strand machen ist sooo schön. Sari war da, Linchen, Christian, Flori, D., F., Simón, V., I., L., meine allerbeste S. natürlich und noch ein paar andere Leute, die Anne kannten und mochten. Einige hatte ich noch nie gesehen, aber in so einer Situation rücken natürlich alle zusammen. Wenigstens was.




Wir vermissen Anne sehr. Warum ist das Leben so ungerecht?

Lots of Love,
Eure Eileen

Donnerstag, 23. August 2012

Super Gewinnspiel & Herzlose Menschen.

Coucou!

Das mit der Tanzerei wird immer mehr. Ich brauch wieder Wochenende. Würde Tanzen nicht mein Leben sein und so unendlich viel Spaß machen, hätte ich den Kram wahrscheinlich schon längst hingeschmissen ;-)

Ich habe übrigens bei einem Gewinnspiel teilgenommen. Mal schauen, ob ich ausnahmsweise auch mal Glück habe.


The Style Issues by Rosa verlost diese Neon-Statement-Kette von H&M. 



Ich besitze einen Rock in genau dem gleichen Neongelb. Leider kann ich ihn nicht oft anziehen, weil er sich zu nicht vielen Dingen kombinieren lässt. Mit der Kette hätten wir zumindestens das Schmuck-Problem geklärt, wenn es denn etwas werden sollte. Wünscht mir Glück! :-)


Hier geht's zum Post!

Es ist empfehlenswert, mal einen Blick auf ihren Blog zu werfen und noch viel empfehlenswerter, auch beim Gewinnspiel mitzumachen ;-)

Gestern Abend habe ich übrigens zwei Katzenbabys gefunden, als ich meine tägliche Joggingrunde um die Insel gelaufen bin. Einfach ausgesetzt, wie gemein! Natürlich hab ich die Kleinen mitgenommen! Meine Mama hat allerdings eine Haustierhaarallergie, also konnten wir die Beiden leider nicht behalten. Sie haben jetzt ein neues Zuhause bei Tobi gefunden, ich habe ihn über Skype schon darauf vorbereitet, mal sehen, was er sagt, wenn er wieder aus England zurückkommt. Seine Schwester ist aber begeistert, also werden die Katzen wohl bleiben dürfen. Sie heißen jetzt Eddie und Holly.

Holly
Eddie
Anscheinend Geschwister ;-)
Wie kann man nur so grausam sein und so etwas Süßes einfach aussetzen? Ich könnte aggressiv werden bei so etwas! Aber jetzt haben sie es gut ;-)
Nur Miss Ellie, Tobis emanzipierte und eingebildete Katze, ist jetzt furchtbar eifersüchtig, aber die gewöhnt sich schon noch daran.


Also kann ich stolz auf mich sein, ein gutes Werk getan zu haben :-)

Lots of Love,
Eure Eileen

Freitag, 24. Februar 2012

Physik-Idiotie. Scheiße.

Physik-Test, uh. Physik ist scheiße, ich habe genauso wenig Ahnung wie in Mathe. Meine Physik-Lehrerin mag mich eh nicht, wahrscheinlich hat das mein Urteil schon längst besiegelt. Da hilft auch Tobi nicht mehr viel weiter, wenn er sich vor dem gesamten Kurs für mich einsetzt - glücklicherweise haben wir Physik zusammen -, weil sie mal wieder der Meinung ist, mich runterzumachen. Das macht sie leider sehr oft. Ich weiß nicht, ob man es schon Mobbing nennen kann, denn eigentlich hab ich hier nur Positives erfahren. Von Mobbing, Beleidigungen oder Gewalt war an meiner Schule noch niemals die Rede gewesen. Aber meine Physiklehrerin sucht sich ihre Lieblinge eben aus. Deshalb machen Tobi und ich auch so viele Fächer wie möglich gemeinsam, damit wir uns gegenseitig helfen können.

Es gab in Physik einmal eine Situation, in der ich mit der mündlichen LK dran war. Vorne, vor dem gesamten Kurs. Na klasse. Eigentlich wollte sie Alex drannehmen, das hatte sie zumindest in der vorigen Stunde angekündigt. Alex hat sich logischerweise auch darauf vorbereitet. Natürlich hat er sich auch sofort gemeldet, als sie die Liste durch und bei meinem Namen stehen geblieben ist. Wenn es um solche Sachen geht, sind wir alle sehr sozial. Aber sie meinte nur, dass sie mich jetzt haben will, weil ich angeblich noch zu wenig Noten hatte. Ich hatte genauso viele wie alle anderen. Hm. Einmal Gang zum Scheiterhaufen. Totale Bloßstellung. So fühlte sich das an, denn gelernt hatte ich nicht.

Ich bin ziemlich unfähig in Physik, aber auch nicht die Schlechteste. Aber einen goldenen Durchschnitt gibt es bei ihr nicht. Dementsprechend unsicher stand ich da, ihr dämliches Grinsen war zum Kotzen. Alle hatten mir leise Glück gewünscht, ich sah viele, die mir die Daumen drückten. Das gab mir Kraft. Ich sah Tobi, wie er neben meinem leeren Platz mitfieberte und mitfühlte. Ich konzentrierte mich auf ihn, denn wir lernen immer zusammen und ich versuchte, mich an das zu erinnern, was er mir einmal erklärt hatte. Genützt hat es nichts. Einige der Fragen konnte ich einigermaßen beantworten, aber es hat nicht gereicht. Gnadenlos hat sie mir O Punkte gegeben. Eine dicke fette O auf der Notenliste ist immer sehr deprimierend.
Sie war der Meinung gewesen, dass ich nichts zustande gebracht habe. Schön, wieder einmal Kindergarten-Feeling. Yippie, da kommen Erinnerungen hoch. Oh ja, ich kotz gleich vor Freude. Es sei alles falsch gewesen, dabei hatte ich eine Definition erzählt, an die ich mich noch erinnern konnte und die wortwörtlich im Buch stand. Nö, geht nicht wegen is' nicht. Ich bin natürlich zu schlecht. Sie gab mir keine Zeit zum Überlegen, sie triumphierte.
Es folgte eine riesige Diskussion mit dem gesamten Kurs, die fast den Rest der Stunde beanspruchte. Es war so schön gewesen, zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Tobi war die ganze Zeit auf 18O und hat sich dann mit ihr angelegt. Ich musste ihn zurückhalten, denn ansonsten hätte er wahrscheinlich auch noch Nachteile daraus gezogen, denn mit sich reden lässt sie natürlich nicht. Sie hatte keine Argumente mehr und ließ und im Buch ein paar Seiten ausarbeiten. Dann verließ sie den Raum. Aha. Problem gelöst. Mit weglaufen. Verstehe. Wenn ich das tue, was leider öfters passiert, gelte ich immer sofort als feige.

Irgendwie bin ich das auch. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr schwach. Denn alle Gemeinheiten der Welt kann ich zwar tapfer über mich ergehen lassen, aber dann folgt in Kürze meistens ein kompletter Dammbruch. Na toll.
Aber diese Physik-Zankerei lässt mich immer wieder spüren, dass hier, wo ich mit meiner Mama hingezogen bin, weil wir in Lübeck nicht mehr konnten, niemand allein und einsam ist. Deshalb lebe ich sehr gerne hier. Man kommt hier her und wird ohne Vorurteile begrüßt und akzeptiert. Sicher mag nicht jeder jeden und es ist auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber es wird hier niemand ohne Grund ausgeschlossen.
In Lübeck habe ich mich so alleine gefühlt. Außer meiner Mama hatte ich niemanden. Ab und zu mal eine kichernde Freundin, die sich im Endeffekt aber nur für Schminke, Mode, Klatsch und Tratsch interessierte und mit der ernsthafte Konversationen einfach nicht möglich waren, weil es ihren IQ weitaus überstiegen hätte.

http://www.weheartit.com/
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Mittwoch, 15. Februar 2012

Horrortrip.

Wieder zu Hause. Mädels-Abend ist etwas ganz Feines, alle Mädchen wissen das wahrscheinlich. Die gesammelte Mannschaft traf sich im Haus von Tobi und seiner kleinen Schwester Valerie, Valli, die auch zu meinem Freundeskreis gehört. Die Jungs haben wir in die Wüste geschickt, dann hatten wir ganze zwei Nächte und zwei Tage. Sassi, Laura, Romy, Valli und noch ganu viele andere Freundinnen, zu denen ich später noch etwas aufschreibe! Morgen wahrscheinlich erst mal etwas zu Valli.
Was haben wir gemacht? Wii und Singstar gespielt (ich kann nicht singen!), Plätzchen gebacken (im Februar, richtig), zusammen gekocht und gegessen, ganz viel gequasselt, Cocktails gemischt, ...
Mädels-Abende sind Pflicht. Meine Mädchen und ich, wir rocken das Leben. Sie sind wie pures Gold und ich liebe sie so dermaßen.

Eigentlich möchte ich jetzt eine Geschichte aufschreiben. Eine ernste zum Verarbeiten, bei der bis eben gerade nicht ganz fest stand, ob ich das wirklich alles aufschreibe oder doch lieber für mich behalten soll. Es ist mir ziemlich egal, ob sich das hier irgendjemand durchliest oder nicht, es hilft mir aber, wenn ich es aufschreibe. Wenn man den Post mit der Magersucht außen vor lässt, war dieser Blog bisher immer ziemlich fröhlich, weil mein Leben gerade einfach nur guuut und fröhlich ist, aber meine Vergangenheit ist es nicht. Es kostet mich Überwindung, mein Leben aus vergangenen Zeit aufzuschreiben, aber es hilft mir wahrscheinlich und danach fühle ich mich besser.
Diese Geschichte ist nicht besonders schön. Gewalt, Demütigungen und Enttäuschungen spielen eine große Rolle. Aber sie hat wenigstens ein Happy-End.
Mein Leben ist nicht erbärmlich, aber vor nicht allzu langer Zeit wollte ich es noch umtauschen. Ich wollte ein anderes. Ich bin keine Selbstmordkandidatin, ich wollte mich noch nie umbringen, ich bin eher die typische Heulsuse, wenn es mir zu viel wird. Und das wurde es leider oft. Es ist die Geschichte, warum ich keine Familie habe, warum ich so oft weine, warum ich so kaputt bin.

Meine Mutter wurde in Lübeck geboren und ist dort auch aufgewachsen. Ihr ging es dort ziemlich gut, ihre Eltern verdienten nicht schlecht und sie war ein Einzelkind. Das Image eines solchen kennt man ja. Ihre Kindheit verlief wohlbehütet, sie bekam alles, was sie wollte, und war zufrieden. Aber als sie in die Pubertät kam, wurde sie schwierig. Ihre Eltern bezeichneten sie als "undankbar" und "faul". Sie fing an, Schule zu schwänzen, hing den ganzen Tag mit einer zwielichtigen Clique herum und machte ihren Eltern nur Ärger. Denen wurde es irgendwann zu bunt. Und als meine Mama am Ende der neunten Klasse dann auch noch die Schule geschmissen hatte, machten sie kurzen Prozess und steckten sie in ein Internat. Von dort ist Mama aber weggelaufen und zurück nach Lübeck. Zu ihren Eltern wollte sie aber nicht mehr, denn die haben ihr ihrer Meinung nach mit dem Internat die schlimmste Freiheitsberaubung angetan, die es für sie gab.
Mama wusste nicht, wo sie hinsollte. Und irgendetwas musste sie ja machen, ab jetzt auf der Straße. Sie war gerade mal fünfzehn, als jemand sie ansprach, ob sie nicht auf eine einfache und sehr genussvolle Art Geld verdienen möchte. Klar, von irgendetwas musste sie leben.
Ohne zu wissen, worauf sie sich da einließ, sagte sie zu und merkte erst zu spät, wer dieser Typ eigentlich war, der ihr den Job angeboten hatte. Aber einmal logisch denken reicht und man weiß es. Der Typ war ein Zuhälter und meine Mama ab diesem Tag eine Nutte. Sie hat mir unter Tränen von dieser Zeit erzählt, es war noch mehr als jenseits von grauenvoll. Wenn es eine Hölle gäbe, wollte sie damals ihren Urlaub dort verbringen. Freizeit hatte sie keine mehr, nicht mal mehr genug Zeit zum Schlafen, Hauptsache Geld verdienen. Und das mit fünfzehn, auf solche kleinen Mäuse stehen die Männer natürlich. Fast drei Jahre machte sie diese Hölle mit, dann konnte sie nicht mehr.
Als ihre Eltern mitbekommen haben, was aus ihrer wohlerzogenen Tochter aus gutem Hause passiert war, brachen sie alle Brücken ab und verstießen sie. Ich habe bis heute keine Ahnung, wer meine Großeltern sind, denn sie haben sich nie wieder bei ihrer Tochter gemeldet. Mama war dann also allein.
Jeden Tag Sex für Geld, und aussteigen konnte man nicht. Kondome waren für die Männer Vorschrift, der Zuhälter achtete darauf. Er konnte es sich nicht leisten, dass seine Mädchen sich mit HIV oder anderen Krankheiten infizierten oder sogar schwanger wurden. Das wäre ja Geldverlust. Mama war mit Abstand die jüngste Nutte. Junges Frischfleisch wurde sie immer genannt. Und bei ihr hat es den ganzen Freiern am wenigsten gepasst, dass sie immer Kondome benutzen musste, ohne wäre ja schließlich viel geiler. Was haben sie gemacht? Abends oder vielmehr nachts, wenn Mama "Dienstschluss" hatte und der Zuhälter nicht mehr so genau hinsah, was seine Mädchen trieben, weil er schon mehrere Alkoholsorten durcheinander intus hatte, dann kamen sie und haben meine Mama vergewaltigt. Alle, immer wieder. Wie ein riesiger Soldatentrupp, der sich abspricht, heute ich, morgen du. Und jeder ist mal dran, damit es gerecht aufgeteilt ist. Es ist eigentlich ein Wunder, dass meine Mama kein AIDS bekommen hat. Aber schwanger wurde sie, von einem dieser widerlichen Typen. Geld für eine Abtreibung hatte sie nicht, also musste sie wohl oder übel das Kind austragen, und war sich sicher, es niemals lieben zu können und am besten zur Adoption freizugeben.
Ich bin dieses Kind. Ich bin das Ergebnis einer von zahllosen Vergewaltigungen. Wer letztendlich mein Erzeuger ist, kann man also so ohne weiteres nicht feststellen, es gibt mehr als 20 Möglichkeiten.
Als meine Mama merkte, dass sie schwanger geworden war, wollte sie aufhören, doch der Zuhälter ließ sie nicht. "Notfalls prügel ich dir das Kind aus dem Leib", sagte er. Aus Angst lief sie weg und begann wieder ein Leben auf der Straße. Sie lebt heute noch in Angst, dass er sie eines Tages finden könnte.
Sie war 17, als sie mich bekam, in einem Krankenhaus von Lübeck. Die wollten sie zuerst nicht aufnehmen, denn sie hatte kein Geld, keine Krankenkarte, gar nichts, stand also quasi mit Wehen im Flur und wurde abgewiesen. Mein Gott, Deutschland ist so ekelhaft zu seinen Bürgern. Die hätten sie ihr Kind glatt auf der Straße bekommen lassen, wenn nicht ein Pfleger mit Herz ein Auge zugedrückt und gesagt hätte, dass das nicht wahr sein kann und dass sie mit ihm mitkommen solle. Er hat sich durchgesetzt, dass sie ihr Kind normal zur Welt bringen konnte, was ihn aber beinahe seinen Job gekostet hatte. Meine Mama wollte mich zuerst zur Adoption freigeben, sie wollte mich nicht lieben können. Und ich kann es auch verstehen. Aber es kam anders. Sie erzählte mir, dass sie es nicht übers Herz gebracht hatte, mich wegzugeben, als ich in ihrem Arm lag. Ich hätte so lieb ausgesehen und sehr viel von ihr, ich sehe meiner Mutter sehr ähnlich. Hätte ich meinem Erzeuger ähnlicher gesehen, hätte sie mich wahrscheinlich eher weggegeben. Also hat sie ihr Vorhaben aufgegeben und mich aufgezogen. Sie wusste, dass sich die Dinge grundlegend ändern mussten, das ging so nicht weiter. Sie lebte eine Weile in einem Frauenhaus und als sie volljährig wurde, ist sie dort wieder ausgezogen und hat sich Arbeit gesucht. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Mama immer noch keinen Schulabschluss - wann hätte sie den auch machen sollen? - was die ganze Sache erheblich erschwert hatte. Deshalb ist sie so hinterher, dass ich in der Schule gut klar komme, denn sie wünscht sich für mich einen weitaus besseren Berufseinstieg, als sie ihn hatte.
Es war wirklich schwer, Arbeit zu finden, denn welcher Betrieb stellt schon eine junge Frau ohne Schulabschluss ein, noch dazu mit einem schreienden Kind? Sicherlich keiner. Mama hatte keine Freunde, wo sie mich hätte lassen können, deshalb musste sie mich zunächst mitnehmen, bis sie einen Krippenplatz finanzieren konnte. Einen Betrieb gab es. Die Chefin von dieser Arbeitsstelle hatte ein Herz und ließ Mama als Aushilfe arbeiten. So konnte sie wenigstens die Miete ihrer Wohnung bezahlen und wusste, wovon wir beide uns ernähren sollten. Aber die Firma musste bald Insolvenz anmelden, sie war einfach zu klein, um sich auf dem immer weiter steigenden Weltmarkt behaupten zu können. Also hatte Mama wieder nichts. Ich war mittlerweile ein Jahr alt und konnte dann wenigstens im Kindergarten bleiben, während Mama sich um neue Arbeit bemüht hatte.
Ich war im Kindergarten die Kleinste, aber ich konnte schon laufen und mit dem Löffel essen. Mama musste die Wohnung kündigen, weil sie die Miete nicht mehr zahlen konnte. Wir haben dann bei ihrer ehemaligen Chefin gewohnt, die mittlerweile ihre Freundin und meine Patentante geworden war. Ein halbes Jahr hat Mama von Sozialhilfe gelebt, sie hat sich wieder in einer Schule angemeldet und ihren Abschluss nachgemacht. Damit konnte man sich wenigstens bewerben, auch wenn das eine Weile gedauert hat. Zunächst waren erst mal wieder nur Aushilfsjobs drin, zum Beispiel als Putzfrau oder in einer Bäckerei. Irgendwann sind wir bei Sandra, also meiner Patentante, wieder aus- und in eine kleine Wohnung in ihrer Nähe wieder eingezogen. Sandra kam uns oft besuchen. Sie hat ebenfalls eine Tochter, die meine beste Kindergarten- und Grundschulfreundin wurde. Auch heute haben Theresa und ich noch Kontakt, Sandra kommt uns schließlich oft besuchen und bringt sie dann natürlich mit. Theresa ist ein bisschen jünger als ich, aber wir verstehen uns gut.
Mit einem ordentlichen Schulabschluss in der Tasche hat meine Mama eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht, fing aber schon bald an, als Taxifahrerin zu arbeiten, was sie auch heute noch tut. Fahrschule hatte sie irgendwann noch dazwischen geklatscht. Ich war den ganzen Tag im Kindergarten und wurde immer von Sandra mitgenommen, wenn sie Theresa abgeholt hatte. Und abends hat Mama mich dann bei ihr abgeholt. So ging das vier Jahre lang, so lange dauerte ihre Ausbildung und die Zeit, die sich brauchte, um Arbeit zu finden, mittlerweile als Taxifahrerin.
Dann kam ich in die Schule, worüber ich sehr froh war, denn im Kindergarten war es schrecklich. Wenn ich heute so drüber nachdenke, finde ich, dass diese ganzen Erzieherinnen absolut keine Ahnung von Pädagogik und/oder diese Unterrichtseinheit wohl verschlafen hatten. Uns wurde beigebracht, wie man sich zu wehren und durchzusetzen hatte. An und für sich eine gute Sache, aber die Art und Weise ging gar nicht. Man sollte sich durchbeißen und anderen nichts lassen, was einen selbst benachteiligt.
Man sollte andere Kinder schlagen, wenn sie einem das Spielzeug weggenommen hatten. Man sollte treten, hauen, kratzen, beißen und brüllen, nur um sich durchzusetzen. Ich habe mich schon frühzeitig geweigert, andere Kinder zu schlagen, denn Mama hatte mir immer wieder gepredigt, dass man das nicht macht, dass Gewalt absolut keine Lösung sei. Die Erzieherinnen sagten mir, ich sei zu klein und zu schwach, um mich durchzusetzen. Ich würde später nichts auf die Reihe bekommen, weil niemand mich je ernst nehmen könne. Mama wurde oft in den Kindergarten zitiert, weil ich ein unmögliches Kind wäre, das sich den Erziehungszielen des Kindergartens widersetzt. Da habe ich angefangen, andere zu hauen, bis sie weinten, denn ein kleines Kind, dem gesagt wird: "Du bist böse, du enttäuscht uns", wird natürlich alles tun wollen, was man von ihm verlangt, damit es nicht mehr böse ist.
Wahrscheinlich kommt daher meine manchmal etwas rüde und raue Art. Bestimmt war ich total unsicher und verwirrt. Mama erzählte immer weiter, dass ich niemanden schlagen sollte - und Mama hat ja bekanntlich immer Recht und weiß alles -, aber im Kindergarten bekam ich das genaue Gegenteil um die Ohren geklatscht. Ein Wunder, dass ich keine aggressive Schlägerbraut geworden bin.
Dann kam ich also in die Schule. Alles neu. Theresa wurde leider erst ein Jahr später eingeschult, aber ich fand einen ganz guten Anschluss in der Klasse. Das hat sich aber schon bald geändert, als sie erfahren haben, dass meine Mama "nur" als Taxifahrerin arbeitete und wir kein Geld hatten. Da war ich dann schnell unten durch. Kinder können so gemein und grausam zueinander sein. Also war die Grundschule gleichbedeutend mit sinnlosem Dahinvegetieren und Versuchen, den Ansprüchen gerecht zu werden. Ich glaube, wenn man so jung ist, dann sind das die besten Jahre, um geformt oder aber auch kaputt gemacht zu werden. Man fragt sich, was die anderen haben, was einem offensichtlich fehlt. Geld, aha. Alle Kinder, deren Eltern nur mittelmäßiges Einkommen hatten, wurden aus der Klassengemeinschaft nach und nach ausgeschlossen, die Lehrer sahen machtlos zu. Man fragt sich: Warum ich? Was habe ich denen getan? Ich hatte nur Theresa, als sie im nächsten Jahr dann endlich auch in die Schule kam. Mit meiner Klasse beruhigten sich die Spannungen irgendwann wieder. Nachdem die Direktorin mal ordentlich ihre Meinung gesagt hatte, schienen sie mich und unsere finanzielle Situation zu akzeptieren. Das war aber alles nur scheinheilige Fassade. Hinter meinem Rücken haben sie sowieso über mich gelästert. Das hat auch nicht aufgehört, als ich aufs Gymnasium kam. Auch hier waren wieder alle sehr nett und freundlich. Man arbeitete zusammen, man wurde hin und wieder auch zu einem Kindergeburtstag eingeladen, man wurde zusammen älter. Aber eine Freundin, eine richtige Freundin, hatte ich in Lübeck nie, nur Mama. Niemanden sonst. Selbst Theresa hat sich immer mehr von mir entfernt. Und nach einer Weile fing ich an, diese oberflächliche Bagage zu verachten. Sie interessierten sich für nichts anderes als für sich selbst. Jahrelang hieß es: Einatmen, Küsschen links, Küsschen rechts - umdrehen und kotzen! Das machten alle, also dachte ich, dass ich es auch machen müsste, obwohl ich es nicht wollte. Gruppenzwang ist echt das Letzte. Aber ich war ja zu schwach, um meinen Willen durchzusetzen und ich hatte auch nie die Chance gehabt, selbst etwas auszuprobieren, selbst gegen den Strom zu schwimmen, das hatten die Kindergartenerzieherinnen erfolgreich vernichtet.
Was war ich froh, als wir dort endlich weg konnten! Mama hat gemerkt, dass es mir schlecht ging, meine Noten haben sehr darunter gelitten. Deswegen sind wir umgezogen. Und was soll ich sagen? Hier sind wir glücklich. Hier habe ich die Liebe meines Lebens und richtige, echte Freunde gefunden. Als ich damals angekommen bin, war ich sofort positiv überrascht. Jahrelang waren in der Schule Demütigungen, Lügen, Verrat, Lästerei, Ignoranz, Egoismus und Oberflächlichkeit an der Tagesordnung. Und hier? Offenheit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Interesse, das Gefühl, etwas wert zu sein, einen soliden Platz in der Klassengemeinschaft zu haben. Ich glaube, so einen krassen Umschwung erfährt man nur einmal im Leben. Und dann hat das schon sehr bald mit Tobi angefangen.
Ich hatte in Lübeck auch einen Freund gehabt, aber was soll's? Er hatte keinen Bock mehr auf mich und ich wollte ihn nicht mehr, weil er mich dazu gedrängt hatte, mit ihm zu schlafen. Ende vom Lied? Zwei Tage später hatte er eine Neue. Zuckersüß, die Schlampe. Die hat sich bestimmt bereitwillig von ihm vögeln lassen. Mir egal. Tobi war in mein Leben getreten. Und dort ist er heute noch, mittlerweile an erster Stelle. Seine Augen, seine Stimme, sein Lachen. Ich liebe ihn so sehr. Und Sex ohne Liebe gibt's hier auch nicht.
Meine Mama hatte seitdem ein paar Mal wieder einen Freund gehabt, aber es hatte nie funktioniert. Wahrscheinlich hat sie Angst, sich richtig fallen zu lassen. Sie fürchtet sich davor, nicht aufgefangen zu werden. Ich bewundere sie für das, was sie getan hat. Sie hat ein Kind, dass sie eigentlich hassen müsste, behalten und gelernt, es zu lieben. Es war bestimmt ein riesengroßes Opfer für sie und ist es sicherlich noch heute, denn ich weiß, dass es schwer für sie ist. Schon allein, wenn sie mich ansieht, wird sie an ihre Vergangenheit erinnert. Meine Anwesenheit lässt alles wieder aufleben. Ich bin der wandelnde Beweis, dass man seine Vergangenheit selten oder nur sehr schwer hinter sich bringen kann. Sie müsste mich hassen, doch sie tut es nicht. Und dafür liebe ich sie. Sollte irgendjemand jemals etwas Schlechtes über meine Mutter sagen, dann ist der bei mir lebenslänglich unsympathisch und unten durch. Man sollte sich darauf einstellen.
Ich liebe meine wunderbare und unübertrefflich tolle Mama. Es bereitet ihr Schmerzen, mich anzusehen, mit mir zu reden, mich zu berühren, mich zu lieben. Sie tut es trotzdem. Sie erträgt tapfer die Schmerzen, um mir nicht zu schaden. Sie bringt ein riesengroßes Opfer. Und dafür danke ich ihr von ganzem Herzen.

All das habe ich erfahren, als ich 13 war, natürlich war es ein Schock. Aber seit diesem Tag weiß ich wenigstens, warum mein Erzeuger es nicht wert ist, überhaupt jemals seinen Namen in den Mund zu nehmen, wenn man den denn kennen würde, oder jemals auch nur von ihm zu reden.
Als ich klein war, wurde ich immer gefragt, was mein Vater macht, wo er ist und wie er heißt. Ich musste immer sagen, dass ich es nicht weiß. Andere Kinder erzählten, was sie alles Tolles mit ihren Vätern gemacht haben, das versetzte mir schon einen Stich. Wenn es in meinem Leben je etwas gab, worauf ich richtig neidisch gewesen bin, dann darauf. Ich habe es einfach nicht verstanden. Alle hatten einen Vater, nur ich nicht. Ich habe Mama oft gefragt, es hat sie Überwindung gekostet, überhaupt erst zu antworten. Dein Vater hat uns verlassen, hat sie immer gesagt. Wo er ist, wollte ich immer wissen. Das wisse sie nicht. Mehr Fragen hat sie nicht geduldet. Meistens fing sie dann auch an zu weinen, und ich habe mich verstört gefragt, was ich falsch gemacht habe. Also wurden Fragen zu meinem Vater weniger und irgendwann haben wir gar nicht mehr von ihm gesprochen. Es war nie die Rede von ihm gewesen, er hat nie existiert.
"Sind deine Eltern zu Hause?", fragen die Versicherungsfritzen am Telefon. "Mama arbeitet noch", antwortet die neunjährige Eileen. "Und dein Papa?" Aufgelegt.
Sie haben meistens noch mal angerufen und dann war Mama da, je nachdem wie ihre Schicht ging. Aber ich habe nie wieder auch nur ein Sterbenswörtchen von meinem Vater erzählt (zumindest nicht in der Zeit, als wir noch in Lübeck wohnten), ich habe nicht einmal mehr das Wort Papa in den Mund genommen, niemals wieder. Selbst heute nicht. Ich musste mich auch überwinden, dieses Wort überhaupt erst aufzuschreiben.
Ich habe keinen Vater, ich habe keine Familie. Ich habe meine Mama. Einen wunderbaren Freund. Und bombastische Freunde. Mehr brauche ich nicht. Hat schließlich mein ganzes Leben lang gut funktioniert.
Mamas Taxischichten wurden mit der Zeit strenger, je älter ich wurde. Deshalb hat sie mich so sehr zur Selbstständigkeit erzogen. Ich konnte mit sechs Jahren mein Lieblingsessen eigenständig kochen und war mit acht zum ersten Mal über Nacht alleine zu Hause, weil Mama Nachtschicht hatte. Und ständig bei Sandra einladen konnten wir uns ja schließlich auch nicht.
Ich hasse meinen Erzeuger. Ich denke, das versteht sich von selbst.  Er hat meiner Mama nur Schlechtes angetan, er hat sie benutzt. Sie war für ihn kein Mensch, sondern ein wertloses Mittel zum Zweck. Sogar kostenlos. Die schönste Sache der Welt kann so schmutzig werden, indem sie so dermaßen in den Dreck gezogen wird. Und dann ist sie wertlos. Man ist dann wirklich nur noch ein Objekt. Elendig. Kalt. Gefühlstot. Taub. Eingeäschert. Nutzlos. Stumm. Und man lässt es über sich ergehen. Völlig menschenfremd. Wie ein Tier. Ein Tier, das schwächer ist als ein anderes. Man kann sich nicht wehren. Man kann nicht leben. Man kann aber auch nicht sterben.

Das Ganze ist jetzt 18 Jahre her. Meine Mama hat Angst, jemals wieder mit einem Mann zu schlafen. Sie hat es in den gesamten 18 Jahren auch nicht wieder getan. Sie fürchtet sich vor Erinnerungen. Es geht sogar schon so weit, dass sie mir einmal gesagt hat, sie hasse Sex. Kann ich verstehen.
Als sie mir das alles erzählt hat, bin ich in die Welt hinausgestiefelt mit meinen 13 Jahren und habe gedacht, Sex wäre etwas Verdorbenes, etwas Schmutziges, etwas Wertloses. Man solle sich hüten, auch nur jemals dieses Wort zu sagen, dann wäre man gleich selbst eine Hure. Sicher, ich habe Filme gesehen, in denen es Sex-Szenen gab, sie waren liebevoll und schön, wenn man jetzt zum Beispiel an "Titanic" oder "Romeo und Julia" denkt. Aber damals habe ich echt geglaubt, dass 'miteinander schlafen' und 'Sex haben' zwei verschiedene Sachen sind. Wahrscheinlich war das ewig meine Hemmschwelle. Ich wollte nie mit Daniel, meinem Ex-Freund aus Lübeck, schlafen, obwohl er mich immer gefragt und regelrecht dazu gedrängt hatte, mit ihm Sex zu haben. Ich habe mir immer gesagt: Nein, auch wenn du ihn liebst, eine Hure wirst du nicht.

Und dann kam Tobi. Erst Tobi hat mir gezeigt, was richtige Liebe überhaupt bedeutet. Als er mir damals sagte, dass er gerne mit mir schlafen möchte und mich gefragt hat, was ich davon halte, war ich regelrecht überrascht, aber auch neugierig. Und noch viel erstaunter darüber, dass es so schön wurde. Da wusste ich, dass Tobi derjenige ist, der mein Herz verdient hat. Er ist das Beste, was mir je passiert ist. Alleine seine Anwesenheit macht mich verrückt, sein Anblick bringt mich um den Verstand und seine Liebe ist das Wertvollste, was ich besitze. Und das wird immer so bleiben.

Ist etwas länger geworden, Scheiß drauf. Lebensgeschichten sind immer lang.